LAUTSPRECHER RICHTIG AUFSTELLEN

EINE ANLEITUNG FÜR OPTIMALEN KLANG

1. Einleitung

Das korrekte Aufstellen von Lautsprechern ist keine Wissenschaft. Aber es gibt Punkte, die Beachtung finden sollten, damit Sie am Ende Ihre Musik in vollen Zügen genießen können.
Und den wichtigsten Tipp wollen wir Ihnen am Anfang geben. Dieser lautet: „hören, hören, hören“. Kleinste Veränderungen an der Aufstellung der Lautsprecher, am Mobiliar und an Ihrer Sitzposition, können eine immense Verbesserung (oder Verschlechterung) des Klangbildes bewirken. Probieren Sie die in dieser Anleitung gegebenen Tipps erst vollständig und in Ruhe aus, bevor sie in teure akustische Maßnahmen investieren!

Bitte verstehen Sie die hier abgegebenen Empfehlungen als Startpunkt. Jeder Hörraum hat seine Eigenheiten und Maße und Verhältnisse können für Ihren perfekten Klang von unseren Angaben abweichen. Neben dieser allgemeingültigen Anleitung finden Sie im zugehörigen Benutzerhandbuch die für Ihr Modell spezifischen Angaben in Kurzform!

2. Begriffsdefinitionen

2.1 Sweet Spot

Der Sweet Spot bezeichnet die optimale Hörposition, in der die Musik ausgeglichen und vollumfänglich zu hören ist. Sitzt man nicht in dieser optimalen Position, so können einzelne Instrumente nicht mehr richtig geortet werden oder der Hochtonanteil fällt ab.
Je nach Hörabstand, Abstrahlwinkel und weiteren Umgebungsvariablen kann der Sweet Spot breiter oder kleiner ausfallen.

2.2 Phantomschallquelle / Phantommitte

Als Phantomschallquelle bezeichnet man die mittige Wahrnehmung des Monoanteils der Musik. Zum Beispiel, wenn eine Sängerin zentral auf der Bühne steht und ihr Gesang auch genau von dort zu kommen scheint. Die Lautsprecher treten dann in den Hintergrund und die Phantomschallquelle wird als zentraler Punkt exakt zwischen den Lautsprechern verortet (Phantommitte).

2.3 Stereo-Dreieck

Das ideale Stereo-Dreieck beschreibt die Anordnung der Lautsprecher und der Hörposition in einem gleichseitigen, auf dem Kopf stehenden Dreieck. Sprich, alle Abstände sind identisch und die sich ergebenden Innenwinkel betragen exakt 60°.

2.4 Raumakustik

Die Raumakustik ist ein Teil der Akustik, die sich mit den baulichen Gegebenheiten eines Raumes beschäftigt. Und jeder Raum ist anders! Gerade das Wohnzimmer ist oftmals der größte Raum mit vielen Eigenheiten, die sich positiv und negativ auswirken können. Beispiele sind symmetrische (quadratische Fläche) oder unsymmetrische Abmessungen (Erker, Wohnküchen), Deckenhöhe, Teppiche oder Hartböden, Möbel, Glasfronten, usw.

2.5 Schallwand

Die Schallwand bezeichnet die Front der Lautsprecher, also die Ebene, in der die einzelnen Chassis montiert sind.

3. Lautsprecher richtig aufstellen

TIPP: Gehen Sie chronologisch bei der Umsetzung der nachfolgenden Schritte vor.

3.1 Der Abstand zur Rückwand

Dieser Punkt nimmt Einfluss auf die Tieftonwiedergabe und die Tiefenstaffelung.

Die Lautsprecher von LautHolz haben ihre Bassreflexrohre immer nach hinten ausgerichtet. Daher sollte ein Mindestabstand von circa 60cm von der Schallwand zur Rückwand eingehalten werden.
Etabliert hat sich auch die 1/5-Regel. Dabei lässt man, von der Schallwand gemessen, einen Abstand von etwa einem Fünftel der Raumtiefe zur Rückwand.
Je weiter die Lautsprecher von der Rückwand entfernt sind, desto tiefer kann die Klangbühne gestaffelt sein. Hier gilt es, einen Kompromiss zwischen Basswiedergabe und Bühnentiefe zu finden.

TIPP: Beide Lautsprecher sollten möglichst den gleichen Abstand zur Rückwand haben.

3.2 Der Abstand zu den Seitenwänden

Dieser Punkt nimmt Einfluss auf die Tieftonwiedergabe und das Stereobild.

Ein Mindestabstand von 80cm wird empfohlen. Die 1/5-Regel findet auch hier Anwendung. Nur stellt man die Lautsprecher im Abstand von etwa einem Fünftel der Raumbreite auf.
Stellen Sie die Lautsprecher so weit wie möglich von den seitlichen Wänden auf. Dadurch nehmen Sie die Erstreflexionen von Wänden später wahr, was unerwünschte Einflüsse auf die Ortbarkeit verringert.
Grundsätzlich gilt: stehen die Lautsprecher zu nah an den Seitenwänden, kann das zu einer Unausgewogenheit im Klang führen. Umgekehrt wirkt das Stereobild sehr klein, wenn es kaum Interaktion mit den Seitenwänden gibt.

TIPP: Ein gleicher Abstand beider Lautsprecher zu den Seitenwänden wirkt sich positiv aus.

TIPP: Die Abstände zur Rückwand und zur Seitenwand sollten nicht gleich sein. Ein Verhältnis von mindestens 1 : 1,3 ist empfehlenswert.

3.3 Der Abstand der Lautsprecher zueinander

Dieser Punkt nimmt Einfluss auf das Stereobild.

Ein Abstand von mindestens 2m wird empfohlen. Als weitere Faustregel gilt, dass ein Abstand zwischen den Lautsprechern maximal das 1,2-Fache des Abstandes zur Hörposition betragen darf. Das bedeutet, dass die beiden Lautsprecher bei einem Hörabstand von z.B. 2,5m in einem Abstand von maximal 3m zueinanderstehen dürfen.
Beachten Sie: je grösser der Lautsprecherabstand gewählt wird, desto mehr Raum ist für das Stereopanorama vorhanden. Doch ein zu großer Abstand wirkt sich negativ auf die Bühne aus. Es entsteht sprichwörtlich eine Lücke und die Phantommitte kann auseinanderfallen. Stehen die Lautsprecher andererseits zu nahe beieinander, verschmelzen die Klänge und das Stereobild kann zusammenfallen.

3.4 Die Hörposition

Dieser Punkt nimmt Einfluss auf die Tiefenstaffelung und das Stereobild.

Wichtigste Faustregel: stellen Sie beide Lautsprecher gleich weit weg von Ihrer Sitzposition auf. Nutzen Sie ein Maßband, um die Distanz zur Schallwand richtig zu messen. Das entstehende Dreieck muss nicht zwingend gleichseitig sein (ein gleichschenkliges Dreieck ist ebenfalls zielführend). Aber je näher Sie an ein gleichseitiges Dreieck kommen, desto besser kann das Ergebnis ausfallen.
Hörabstand zur Rückwand: halten Sie größtmöglichen Abstand zur Rückwand, um Einflüsse von Reflexionen zu minimieren und die Bässe nicht überzubetonen. Auch hier greift die 1/5 Regel. Ein Abstand von etwa einem Fünftel der Raumtiefe ist ein solider Startpunkt.

TIPP: Sollte sich eine wandnahe Sitzposition nicht vermeiden lassen, sollte mit Absorbern hinter den Ohren gearbeitet werden.

3.5 Das Eindrehen der Lautsprecher

Dieser Punkt nimmt Einfluss auf das Stereobild und die Höhen- und Mittenwiedergabe.

Winkeln Sie die Lautsprecher so weit ein, dass der sich kreuzende Punkt hinter Ihrem Kopf liegt. Sehen Sie dies als Ausgangspunkt an. Sowohl weiteres Eindrehen, als auch wieder nach außen Drehen, kann das Stereobild signifikant verbessern.
Bei diesem Punkt haben bereits kleine Veränderungen großen Einfluss. Tasten Sie sich gradweise an den Sweet Spot heran. Beachten Sie dabei, dass sie den Abstand der Schallwand zu den Seitenwänden und zur rückseitigen Wand nicht verändern. Winkeln Sie um den Mittelpunkt der Schallwand herum ein oder aus (siehe rote Markierung)!
Je zielgenauer die Lautsprecher auf Sie ausgerichtet sind, desto stärker werden die Höhen und Mitten betont. Neben der Stereowahrnehmung und der Fokussierung der Phantommitte, ist hier Ihr persönlicher Geschmack maßgebend.

TIPP: Je kleiner der Hörabstand, desto mehr einwinkeln. Je größer der Hörabstand, desto weniger einwinkeln.

4. Tipps und Tricks

Basswiedergabe: Verstärkende Maßnahmen sind:

  • Lautsprecher näher an die Rückwand stellen (plus ~3dB)
  • Lautsprecher näher an Rückwand und an die Seitenwand stellen (plus ~6dB)
  • Sitzplatz näher an die Rückwand verlagern

Dröhnt der Bass an der Hörposition, nehmen Sie die gegenteiligen Positionierungen vor.
Bassauslöschungen zwischen 80-200Hz sollten vermieden werden. Umgerechnet bedeutet dies, dass die Distanz der Schallwand zu ihrer rückseitigen Wand nicht im Bereich von 0,8m bis 2,2m liegen sollte.

Mitten- und Höhenwiedergabe: Wirken die Mitten und Höhen überbetont, so winkeln sie die Lautsprecher etwas weiter aus, sodass sie weniger zentriert auf Sie zeigen. Fehlen Ihnen Mitten und Höhen, so lassen Sie die Schallwand direkt auf Ihre Hörposition zeigen.

Klangbühne, Ortbarkeit und Stereoabbildung: Mit mehr Abstand zur Rückwand wird oft eine bessere Tiefenstaffelung erreicht. Eine größere Distanz zu den Seitenwänden führt oft zu einer breiteren Stereoabbildung.
Im gleichseitigen Stereo-Dreieck und zu stark eingewinkelten Lautsprechern (direkt zur Hörposition zeigend), wird die Bühnenabbildung oft zu klein dargestellt. Stellen Sie die Lautsprecher bis zum 1,2-Fachen des Hörabstandes auseinander und winkeln Sie sie nicht zu stark ein.
Neben dem gleichen Wandabstand (nach hinten und zu den Seiten), sollte auch die Oberfläche der Seitenwände aus dem gleichen Material bestehen.
Es dürfen keine Objekte zwischen der Hörposition und den Lautsprechern stehen.

Gleiche Bedingungen: Beide Lautsprecher sollten möglichst gleiche Umgebungs-bedingungen haben. Dazu zählen Aufstellhöhe, Abstände zur Rück- und zu den Seitenwänden, das Einwinkeln, etc..
Weitere Voraussetzung für gleiche Bedingungen ist auch, dass Sie genau mittig zwischen den gleich ausgerichteten Lautsprechern sitzen.

Entkoppeln / ankoppeln: Das Gehäuse eines Lautsprechers wird maßgeblich durch die Bewegungen der Basstreiber und den inneren Schalldruck zum Schwingen angeregt. Bei den Lautsprechern der Klangmanufaktur LautHolz übertragen sich diese Schwingungen über das Standfußkonzept auf den Fußboden. Wir koppeln mit unseren Gummifüßen mehr an und so leiten die Resonanzen in den Boden ab.
Folgender Grundsatz kann ggf. dennoch helfen, den Klang zu verbessern:
Entkoppeln bei schwingenden Böden / Ankoppeln bei harten Böden.

Raumakustik: Ein Raum lässt sich meistens akustisch verbessern, indem eher Diffusion als Absorption umgesetzt wird. Bei zu viel Absorption kann der Raum dumpf und leblos klingen. Etwas Nachhall und Lebendigkeit dürfen durchaus sein.
Bassfallen können helfen, wenn sie richtig eingesetzt werden. Aber falsch eingesetzt, können sie massiv schaden. Nutzen Sie lieber weiche Einrichtungsgegenstände und großflächige oder schwere Vorhänge. Harte Oberflächen und viel Glas sind zu vermeiden.

Klangmaterial: Die Devise lautet – kennen Sie ihre Aufnahme! Ein Klassikstück, welches nach der optimalen Aufstellung die Ortung jedes einzelnen Instrumentes zulässt, eignet sich nicht, um die Phantommitte einzujustieren. Verwenden Sie dazu zum Beispiel Hörbücher, die nahezu ohne Rauminformation aufgenommen werden.

Immer noch unzufrieden? Sollte das erzielte Ergebnis noch immer nicht zufriedenstellend sein, dann versuchen Sie Änderungen am Raum selbst. Ändern sie die Sitzposition und / oder die Position der Lautsprecher und gehen Sie erneut Schritt für Schritt durch die Anleitung durch. Wenn es möglich ist, richten Sie das Mobiliar so aus, dass ein weitestgehend idealer Hörraum entsteht.

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